Die Paris Fashion Week ist der Höhepunkt im internationalen Modekalender, und 2027 bringt gleich sechs Termine, an denen Chanel, Dior, Saint Laurent und Co. ihre neuen Kollektionen zeigen. Für Modefans aus Deutschland ist das ein perfekter Anlass für einen Städtetrip: Auch ohne Einladung zu den Laufstegshows lässt sich die besondere Atmosphäre der Stadt in dieser Zeit hautnah erleben, von öffentlichen Ausstellungen über Pop-up-Stores bis zu den Boutiquen selbst.
Dieser Guide zeigt die genauen Termine der Paris Fashion Week 2027, die aktuellen Trends der großen Modehäuser und die besten Möglichkeiten, das Fashion-Week-Feeling auch als Besucher:in mitzunehmen.
Diese Fragen beantwortet der Artikel
- Was ist die Paris Fashion Week genau?
- Wann finden die Paris Fashion Week Termine 2027 statt?
- Welche Trends prägen die aktuellen Kollektionen der großen Häuser?
- Kann man die Paris Fashion Week auch ohne Einladung besuchen?
- Welche Sehenswürdigkeiten lassen sich mit einem Fashion-Week-Trip verbinden?
- Wie kommt man am besten durch Paris, wenn die Fashion Week läuft?
- FAQs zur Paris Fashion Week
Was ist die Paris Fashion Week genau?
Die Paris Fashion Week ist die offizielle Abfolge von Modenschauen, mit der die großen Pariser Modehäuser zweimal im Jahr ihre neuen Damen- und Herrenkollektionen sowie ihre Haute-Couture-Linien präsentieren. Organisiert wird sie von der Fédération de la Haute Couture et de la Mode (FHCM), die den offiziellen Kalender mit allen teilnehmenden Marken festlegt.
Weltweit zählen vier Städte zu den großen Fashion-Wochen, den sogenannten „Big Four":
- 🇺🇸 New York – eröffnet meist die Saison und gilt als kommerziell orientierteste der vier Wochen
- 🇬🇧 London – bekannt für experimentelle Newcomer und die britische Designerschmiede Central Saint Martins
- 🇮🇹 Mailand – geprägt von den großen italienischen Luxushäusern wie Prada, Gucci und Versace
- 🇫🇷 Paris – traditionell der Abschluss und international die prestigeträchtigste Station, nicht zuletzt wegen Häusern wie Chanel, Dior und Louis Vuitton, die hier ihren Sitz haben
Die Termine der Paris Fashion Week 2027 im Überblick
2027 gibt es sechs offizielle Termine, aufgeteilt auf Damen- und Herrenmode sowie Haute Couture. Die Daten stammen aus dem offiziellen Kalender der FHCM:
- ■ Herrenmode Herbst/Winter 2027-2028: 19. bis 24. Januar 2027
- ■ Haute Couture Frühjahr/Sommer 2027: 25. bis 28. Januar 2027
- ■ Damenmode Herbst/Winter 2027-2028: 1. bis 9. März 2027
- ■ Herrenmode Frühjahr/Sommer 2028: 22. bis 27. Juni 2027
- ■ Haute Couture Herbst/Winter 2027-2028: 5. bis 8. Juli 2027
- ■ Damenmode Frühjahr/Sommer 2028: 27. September bis 5. Oktober 2027
Die größte und für Besucher:innen interessanteste Ausgabe ist meist die Damenmode-Woche im Herbst, bei der zuletzt rund 100 Häuser und Designer:innen an neun Tagen ihre Schauen und Präsentationen zeigten. Wer konkret einen Trip planen will, sollte sich an diesen Terminen orientieren, auch wenn die genauen Rahmenprogramme für 2027 meist erst wenige Wochen vorher final bestätigt werden.
Welche Trends prägen die aktuellen Kollektionen der großen Häuser?
Auf dem Laufsteg zeigt sich aktuell eine klare Rückkehr zu Handwerk und Tragbarkeit statt reiner Effekthascherei. So zeigten sich die großen Häuser zuletzt:
- Dior (Jonathan Anderson): verwandelte einen Pariser Park in einen Laufsteg und zeigte spielerische Silhouetten mit Polka Dots, kristallbesetztem Denim und verspielten Seerosen-Details, die trotz Winter-Saison leicht und befreiend wirkten
- Chanel (Matthieu Blazy): setzte auf einen bewussten Kontrast zwischen lässigen, weiten Blazern und schlichten Jerseys auf der einen und juwelenfarbenen, bestickten Abendroben auf der anderen Seite, um Trägerinnen die Wahl der eigenen Stimmung zu lassen
- Saint Laurent: eröffnete die Show mit acht Anzügen und setzte insgesamt auf kraftvolles Tailoring mit abfallenden Schultern und einer zurückhaltenden Eleganz, die eher leise als laut wirkt
- Givenchy (Sarah Burton): mischte Utility-Elemente wie Cargo-Taschen und robuste Stoffe mit klassischem Glamour
- Celine (Michael Rider): präsentierte einen preppy-parisischen Look mit klaren Silhouetten und poliertem Understatement
- Loewe (Jack McCollough & Lazaro Hernandez): Die früheren Proenza-Schouler-Designer setzten in ihrer ersten gemeinsamen Kollektion für das Haus auf skulpturale Formen, kräftige Farben und spielerisches Experimentieren mit Materialien
- Louis Vuitton, Miu Miu, Hermès: arbeiteten mit naturinspirierten Bühnenbildern aus Moos und Erde und brachten so pastorale Landschaften auf den Laufsteg
Der übergreifende Ton der vergangenen Saisons: mehr Tailoring, mehr Materialspiel mit Shearling und Leder, und ein klarer Fokus auf individuellen Stil statt kurzlebiger Trends. Diese Handschrift dürfte auch die Kollektionen 2027 prägen, auch wenn die konkreten Looks der einzelnen Häuser naturgemäß erst kurz vor der jeweiligen Show bekannt werden.
Kann man die Paris Fashion Week auch ohne Einladung besuchen?
Ja, auch ohne Einladung zu den eigentlichen Laufstegshows lässt sich die Fashion Week in Paris hautnah erleben, denn rund um jede Ausgabe entsteht ein umfangreiches öffentliches Programm. Bei der letzten großen Damenmode-Woche gehörten dazu zum Beispiel:
- JILL: ein öffentlich zugänglicher Fashion-Salon in den Tuilerien mit rund 16 Marken und Designer:innen gegen einen kleinen Eintrittspreis
- „A Wardrobe of One's Own": Ausstellung im Palais Galliera zur Damenmode des 19. Jahrhunderts mit über 350 gezeigten Stücken
- Irving-Penn-Retrospektive: in der Maison Européenne de la Photographie, ein Überblick über sechs Jahrzehnte Modefotografie des Fotografen
- Pop-up-Stores und Schaufenster-Inszenierungen: Kaufhäuser wie die Galeries Lafayette und Printemps sowie große Boutiquen gestalten ihre Auslagen und Sonderflächen eigens zur Fashion Week um, das lohnt allein schon einen Spaziergang
Für 2027 wird das genaue Programm jeweils erst näher am Termin veröffentlicht, meist über die Websites der Pariser Museen und über lokale Eventportale, ein Blick lohnt sich aber in jedem Fall, denn öffentliche Formate wie die JILL gehören inzwischen fest zum Ablauf der Fashion Week.
Welche Sehenswürdigkeiten lassen sich mit einem Fashion-Week-Trip verbinden?
Ein Trip zur Paris Fashion Week lässt sich hervorragend mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt verbinden, gerade weil die Shows selbst über mehrere Tage und viele Locations verteilt sind und so ohnehin Pausen zwischen den Programmpunkten entstehen.
Mode-Adressen:
- Palais Galliera – das Modemuseum der Stadt, mit Wechselausstellungen wie „A Wardrobe of One's Own" und einer permanenten Sammlung zur Modegeschichte seit dem 18. Jahrhundert
- Musée des Arts Décoratifs – direkt am Louvre gelegen, vereint Design- und Modegeschichte unter einem Dach, darunter eine eigene Modeabteilung mit wechselnden Schauen
- Musée Yves Saint Laurent Paris – im ehemaligen Couture-Haus des Designers in der Avenue Marceau untergebracht, zeigt Originalentwürfe, Skizzen und das originale Studio
- Grand Palais – seit Herbst 2024 nach fünfjähriger Renovierung wieder geöffnet, Austragungsort großer Schauen wie von Chanel und schon von außen ein architektonisches Highlight mit seiner Glaskuppel
- 19M – Chanels Kulturcampus im Norden von Paris, in dem die kunsthandwerklichen Métiers d'Art des Hauses wie Sticker:innen und Federmacher:innen ihren Sitz haben und regelmäßig Ausstellungen zeigen
Shopping-Meilen:
- Avenue Montaigne und Rue Saint-Honoré – Flagship-Stores der großen Häuser, während der Fashion Week besonders aufwendig herausgeputzt
- Galeries Lafayette und Printemps Haussmann – die großen Kaufhäuser der Stadt, bekannt für ihre historische Architektur, darunter die Glaskuppel der Galeries Lafayette, und für Sonderaktionen zur Fashion Week
- Le Bon Marché – Paris' ältestes Kaufhaus am Rive Gauche, kuratierter und kleinteiliger als die Kaufhäuser am Boulevard Haussmann
- Marais-Viertel – unabhängige Boutiquen und Concept Stores abseits der großen Namen, dazu zahlreiche Cafés für Pausen zwischen den Terminen
Klassische Wahrzeichen:
- Eiffelturm – von vielen Fashion-Week-Hotels und Dachterrassen in der Nähe der Show-Locations aus sichtbar
- Louvre – lässt sich mit dem direkt angeschlossenen Musée des Arts Décoratifs zu einem gemeinsamen Museumstag verbinden
- Musée d'Orsay – Sammlung impressionistischer Kunst in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude, nur eine kurze Strecke von den Show-Locations am rechten Seine-Ufer entfernt
- Montmartre mit dem Sacré-Cœur – ruhiger Kontrast zum Trubel der Fashion Week, mit Blick über ganz Paris
- Notre-Dame – nach dem Brand von 2019 seit Ende 2024 wieder für Besucher:innen geöffnet
Wer beides verbinden will, plant am besten ein bis zwei zusätzliche Tage für die klassischen Sehenswürdigkeiten ein, denn allein das Fashion-Week-Programm füllt in der Innenstadt schnell einen ganzen Tag.
Wie kommt man am besten durch Paris, wenn die Fashion Week läuft?
Am einfachsten kommt man vom Flughafen direkt mit dem Zug ins Zentrum:
- CDG: RER B, rund 35 bis 40 Minuten bis zur Gare du Nord, 14 Euro pro Strecke
- Orly: Tramlinie T9 oder Orlyval-Shuttle in Kombination mit der Metro
Für die Unterkunft lohnt sich ein Blick auf die Lage der Shows
- Viele Termine finden im 1., 8. oder 16. Arrondissement statt, etwa rund um die Tuilerien, den Grand Palais oder die Avenue Montaigne – kurze Wege, aber die höchsten Preise
- Eine gut angebundene Unterkunft etwas außerhalb, etwa im Marais oder rund um große Metro-Knotenpunkte, ist meist deutlich günstiger und dank Metro genauso schnell an jedem Schauplatz
An Schautagen selbst sind rund um große Locations wie den Grand Palais oder die Tuilerien Straßen häufig gesperrt oder stark befahren, zusätzlich verstärkt durch die Fahrservices der Häuser für Gäste und Personal. Die Metro ist deshalb meist die zuverlässigere Wahl gegenüber Taxi oder Fahrdienst, vor allem zu den Stoßzeiten rund um Schaubeginn und -ende.
Praktische Tipps für deine Reise nach Paris zur Fashion Week
- ✓ Termine früh im Kalender blocken. Unterkünfte in Paris werden rund um die Fashion-Week-Termine deutlich schneller ausgebucht und teurer, eine frühe Buchung lohnt sich besonders bei der großen Damenmode-Woche im Herbst.
- ✓ Öffentliches Programm vorab recherchieren. Ausstellungen und Pop-ups sind oft zeitlich begrenzt, ein Blick auf die Websites der beteiligten Museen und Kaufhäuser vor der Reise hilft, nichts zu verpassen.
- ✓ Wetter und Jahreszeit einplanen. Die Januar-Termine bedeuten kalte, oft nasse Tage, während die Septembertermine meist mild sind, die Garderobe sollte entsprechend angepasst werden.
- ✓ Bequemes Schuhwerk einplanen. Zwischen Ausstellungen, Boutiquen und Sehenswürdigkeiten legt man in Paris schnell mehrere Kilometer am Tag zurück.
- ✓ Konnektivität mitdenken. Wer spontan Ausstellungstickets buchen, Standorte nachschlagen oder Eindrücke direkt teilen will, ist mit einer eSIM von Airalo unabhängig von öffentlichem WLAN unterwegs und ab der Landung sofort online.
- ✓ Reservierungen für gefragte Locations vorziehen. Cafés und Restaurants rund um die Fashion-Week-Hotspots wie die Rue Saint-Honoré sind in dieser Zeit besonders gefragt, eine frühzeitige Reservierung erspart langes Warten.
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