Nachhaltig reisen klingt für viele erstmal nach Verzicht: kein Flug, kein Hotel, kein Fernweh. Dabei geht es beim nachhaltigen Reisen für Einsteiger gar nicht darum, von heute auf morgen alles anders zu machen, sondern darum, an den Stellen anzusetzen, die wirklich etwas bewirken, ohne dass die Reise weniger Spaß macht. Die meisten Emissionen einer Reise entstehen an nur wenigen Punkten, bei der Anreise, der Unterkunft und ein paar Gewohnheiten vor Ort, und genau da lohnt es sich anzusetzen, statt sich mit hundert kleinen Details zu verzetteln.
Dieser Artikel zeigt, was nachhaltiger Urlaub eigentlich bedeutet und mit welchen einfachen Tipps du schon beim nächsten Trip CO2 sparst, ganz ohne dass Reisen dadurch komplizierter wird.
Was heißt nachhaltig Urlaub machen?
Nachhaltig Urlaub machen heißt, so zu reisen, dass möglichst wenig CO2 entsteht und lokale Umwelt, Menschen und Wirtschaft am Reiseziel möglichst wenig belastet werden. Das betrifft vor allem drei Bereiche: die Anreise, die bei den meisten Reisen den größten Anteil am CO2-Fußabdruck ausmacht, die Unterkunft und Verpflegung während des Aufenthalts, und das eigene Verhalten am Reiseziel, etwa beim Umgang mit Wasser, Müll und lokalen Ressourcen.
Dazu gehört auch, lokale Betriebe und Menschen wirtschaftlich einzubeziehen, statt nur bei internationalen Ketten zu buchen. Niemand muss dabei perfekt sein: Schon kleine Anpassungen bei genau diesen drei Punkten machen in Summe einen großen Unterschied, ohne dass sich Urlaub dadurch wie ein Kompromiss anfühlen muss.
Nachhaltig reisen für Einsteiger: 8 Tipps, mit denen du CO2 sparst
1. Zug statt Flug, wo es geht
Auf kurzen und mittleren Strecken ist die Bahn dem Flugzeug beim CO2-Ausstoß oft deutlich überlegen, teilweise um das Acht- bis Elffache. Auf vielen europäischen Kurzstrecken ist die Bahn zudem, Weg zum Flughafen, Check-in und Sicherheitskontrollen eingerechnet, kaum langsamer als das Flugzeug, und du landest direkt in der Innenstadt statt am Stadtrand.
- ■ Frankfurt → München: rund 17 kg CO2 mit der Bahn gegenüber rund 140 kg mit dem Flugzeug (Berechnung: co2online)
- ■ Berlin → Köln: rund 28 kg CO2 mit der Bahn gegenüber knapp 300 kg mit dem Flugzeug (co2online)
- ■ Fernzüge der Deutschen Bahn fahren seit Januar 2018 zu 100 % mit Ökostrom
2. Nachtzüge für längere Distanzen nutzen
Wenn die Strecke für einen Tagesausflug mit der Bahn zu weit ist, lohnt sich ein Blick auf Nachtzüge. Du sparst dir eine Hotelnacht, kommst ausgeschlafen an einem neuen Ort an, und die Fahrt selbst wird Teil der Reise statt reiner Anreisezeit, die man sonst einfach nur absitzt.
- ■ Das europäische Nachtzug-Netz wächst seit einigen Jahren wieder, mit neuen Verbindungen zwischen mehreren Großstädten
- ■ Eine Nachtzugfahrt ersetzt zwei Dinge gleichzeitig: die Anreise und eine Hotelübernachtung
3. Seltener, aber länger reisen
Ein Kurztrip übers Wochenende mit dem Flugzeug hat oft einen größeren CO2-Fußabdruck als der eigentliche Urlaub wert ist, weil ein großer Teil der Emissionen unabhängig von der Aufenthaltsdauer allein durch Start und Landung entsteht. Wer stattdessen seltener, dafür länger verreist, verteilt diese Emissionen auf mehr Urlaubstage und muss insgesamt weniger oft fliegen.
- ■ Ein Hin- und Rückflug von München nach New York verursacht laut Utopia rund 3.856 kg CO2 pro Person, etwa 37 % des durchschnittlichen jährlichen CO2-Ausstoßes eines Menschen in Deutschland (rund 10.300 kg)
- ■ Das Umweltbundesamt empfiehlt ein klimaverträgliches Jahresbudget von deutlich unter 1.000 kg CO2 pro Person, ein einziger Langstreckenflug reißt dieses Budget also um ein Vielfaches
4. Vor Ort auf Bus, Bahn und Fahrrad setzen
Ein Mietwagen ist oft die bequemste, aber selten die klimafreundlichste Option am Urlaubsort. In vielen Reisezielen kommst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Leihfahrrädern oder zu Fuß erstaunlich weit und siehst dabei mehr vom echten Alltag vor Ort.
- ■ Bus und Bahn verursachen pro Person und Kilometer im Schnitt nur einen Bruchteil der Emissionen eines einzeln besetzten Pkw
- ■ Leihfahrrad- und E-Scooter-Systeme gibt es inzwischen in den meisten größeren Reisezielen, oft schon für wenige Euro pro Tag
5. Unterkünfte mit echtem Nachhaltigkeitslabel wählen
Zertifikate wie das EU Ecolabel oder Green Key kennzeichnen Unterkünfte, die nachweislich Energie und Wasser sparen, auf ihren Müll achten und oft auch regionale Produkte einsetzen, anders als viele Hotels, die nur mit dem Wort „grün“ oder „eco“ werben, ohne dass eine unabhängige Stelle das überprüft hat.
- ■ Zertifizierte Unterkünfte werden regelmäßig unabhängig überprüft, ein reines Werbe-„eco" auf der Website dagegen von niemandem
- ■ Schon das mehrfache Verwenden von Handtüchern statt täglichem Wechsel senkt den Wasser- und Waschmittelverbrauch einer Unterkunft messbar
6. Regional und saisonal essen
Wer sich bei Essen und Trinken an dem orientiert, was gerade vor Ort wächst, gefischt oder geerntet wird, unterstützt automatisch lokale Betriebe statt langer, importschwerer Lieferketten.
- ■ Obst und Gemüse außerhalb der Saison wird oft per Flugzeug eingeflogen, mit einem deutlich höheren CO2-Fußabdruck als regionale, saisonale Ware
- ■ Lokale Gerichte nach Saison sind meist auch die frischeste und günstigste Option auf der Karte
7. Plastik vermeiden
Eine eigene Trinkflasche statt Einwegflaschen, eine Stofftasche für den Markt und Sonnencreme ohne schädliche Inhaltsstoffe für Riffe und Gewässer sind kleine Dinge im Koffer, die am Reiseziel spürbar weniger Müll verursachen.
- ■ Sonnencreme mit Oxybenzon kann Korallen laut Studien schon innerhalb von rund 17 Tagen töten, wenn sie unter Sonneneinstrahlung damit in Kontakt kommen
- ■ Eine einzelne Plastikflasche braucht in der Natur mehrere hundert Jahre, um sich vollständig zu zersetzen
- ■ In Regionen ohne funktionierendes Recycling-System landet Plastikmüll besonders häufig direkt in der Natur oder im Meer
8. Digital statt Plastik, auch bei der SIM-Karte
Nachhaltigkeit hört nicht beim Gepäck auf, sie fängt schon bei der Frage an, wie du im Ausland online gehst. Wer mobile Daten braucht, kann sich den Weg zu einem Kiosk oder Handyshop nach der Landung und die klassische Plastik-SIM-Karte samt Blisterverpackung sparen und stattdessen eine eSIM nutzen, etwa von Airalo. Wie eine eSIM im Ausland funktioniert, erfährst du in unserem Artikel.
- ■ Physische SIM-Karten bestehen aus Plastik, kommen einzeln verpackt und landen nach der Reise meist einfach im Müll
- ■ Eine eSIM wird rein digital per App installiert, verursacht keinen Plastikmüll und keinen zusätzlichen Weg vor Ort
- ■ Über 30 Millionen Menschen nutzen Airalo weltweit bereits, ganz ohne dass dafür eine einzige Plastikkarte verschickt werden musste
Wie kannst du die Umwelt auch sonst im Urlaub schützen?
Umwelt schützen im Urlaub heißt vor allem, dieselben Gewohnheiten mitzunehmen, die auch zu Hause funktionieren: Wasser und Energie bewusst nutzen, Müll trennen wo möglich und Natur sowie Tiere auf Distanz respektieren. Ein großer Teil des Schadens, den Reisende anrichten, entsteht dabei nicht aus böser Absicht, sondern schlicht aus Unwissen. Ein paar der überraschendsten Beispiele:
- ■ Tierattraktionen, die wie Tierliebe aussehen, aber keine sind. Elefantenreiten, Fotos mit Tigern oder Schwimmen mit Delfinen wirken auf Reisefotos harmlos, für die Tiere bedeuten sie oft erheblichen Stress: Elefanten werden dafür häufig mit spitzen Haken dirigiert, Großkatzen für Foto-Sessions sediert. Ein Tier, das sich einem Menschen ohne Zwang oder Training annähert, ist die Ausnahme, nicht die Regel.
- ■ Wildtiere und streunende Tiere füttern. Was liebevoll gemeint ist, gewöhnt Tiere an Menschen und menschliche Nahrung, macht sie von Touristen abhängig und kann ihnen sogar gesundheitlich schaden, weil sie Nahrung fressen, die nicht für sie gemacht ist. Manche Nationalparks verbieten das Füttern deshalb ausdrücklich.
- ■ Sand, Muscheln oder Steine als Souvenir mitnehmen. Auf Sardinien wurde einer Touristin mit 40 Kilogramm Sand im Koffer eine Strafe von bis zu 3.000 Euro angedroht, das Mitnehmen von Sand ist dort seit Jahren verboten. In vielen Ländern gilt Ähnliches für Muscheln, Korallenstücke oder Lavagestein, weil kleine Mengen von Millionen Touristen zusammen genommen ganze Strände und Ökosysteme verändern.
- ■ Korallenriffe berühren oder mit herkömmlicher Sonnencreme betreten. Schon leichter Kontakt beim Schnorcheln kann empfindliche Korallen beschädigen, und Sonnencreme mit Oxybenzon wirkt unter Sonnenlicht regelrecht toxisch auf Korallengewebe. Riff-verträgliche Sonnencreme oder ein UV-Shirt schützen die Haut, ohne das Riff zu belasten.
- ■ Ausgetretene Wege verlassen, für das perfekte Foto. Beim kalifornischen „Superbloom" wurden ganze Mohnblumenfelder von Besuchern zertrampelt, die für ein Foto mitten ins Feld liefen. Was wie eine einzelne Ausnahme aussieht, wiederholt sich an beliebten Fotospots weltweit tausendfach im Jahr und lässt sensible Vegetation oft über Jahre nicht mehr nachwachsen.
- ■ Extrem überlaufene Spots trotzdem besuchen. Die Maya Bay in Thailand, bekannt aus dem Film „The Beach", verlor durch den enormen Besucherandrang rund 90 % ihrer Korallen und musste zeitweise komplett für Besucher gesperrt werden. Wer stark überlaufene Naturattraktionen meidet oder außerhalb der Stoßzeiten besucht, verringert genau diesen Druck.
Keiner dieser Punkte erfordert großen Aufwand oder Verzicht, meistens reicht es, kurz nachzudenken, bevor man einer Attraktion, einem Souvenirstand oder einem verlockenden Trampelpfad folgt. In Summe machen genau solche kleinen Entscheidungen den Unterschied zwischen einer Reise, die einfach nur schön war, und einer, die dem Reiseziel nicht mehr genommen hat, als nötig.
Fazit: Klimaschonend reisen geht einfach
Klimaschonend reisen für Einsteiger bedeutet nicht, auf Urlaub zu verzichten, sondern an den richtigen Stellen bewusster zu entscheiden: bei der Anreise, der Unterkunft und den kleinen Gewohnheiten vor Ort. Schon die Wahl der Bahn statt des Flugzeugs oder einer eSIM statt einer Plastik-SIM-Karte spart CO2 und Müll, ohne dass du dafür auf Komfort verzichten musst.
Leitet dich zum Airalo-Hilfezentrum weiter, wo du weitere Support-Informationen findest.

